PZG - Selbstverständnis

Der psychisch kranke Mensch hat einen Anspruch darauf als Individuum wahrgenommen zu werden, dem man mit schematischen Antworten und Lösungen nicht gerecht werden kann. Jeder einzelne Betroffene hat ein Recht darauf, mit seinen besonderen Problemen, Konflikten und Nöten ernst genommen zu werden. Lösungen und Lösungswege können nur mit ihm gemeinsam und nicht gegen seinen Willen erarbeitet werden. Das Recht auf eine eigenverantwortliche Entscheidung und Gestaltung seiner Lebensweise steht ihm wie allen anderen Menschen zu.

Gegenseitiger Respekt zwischen Betroffenen und Helfern ist allein die Basis für das Wachsen einer stabilen Vertrauensbeziehung, ohne die wirksame Hilfe nicht möglich ist. Grundgedanke ist der, Bedingungen zu schaffen, in denen psychisch Kranke und Behinderte in ihrer alltäglichen Umgebung ein möglichst selbstbestimmtes und gesundes Leben führen können. Die bereits vorhandenen oder noch zu schaffenden Bausteine der gemeindenahen Psychiatrie sind deshalb in den folgenden Bereichen angesiedelt:

Ein Netz der wirksamen Unterstützung psychisch kranker Menschen bei der Gestaltung eines selbstbestimmten Lebensweise kann nur im Zusammenwirken der verschiedenen Einrichtungen erfolgen. Eine flexible und enge Kooperation zwischen Krankenhaus, niedergelassenen Ärzten, Kommunalverwaltung, Gesundheitsamt, ambulanten Pflegediensten usw. ist unverzichtbar.

In Ausnahmefällen, z.B. wenn psychisch kranke Menschen sich selbst oder andere in ihrer Existenz gefährden oder elementare Regeln des Zusammenlebens missachten, kann es unvermeidbar sein, einzugreifen oder die Einhaltung von Grenzen durchzusetzen. In solchen Situationen sind die Würde und die Rechte der Betroffenen zu achten.