PZG - Leitbild

Wir haben uns die Aufgabe gestellt, den Menschen zu helfen, die psychisch erkrankt sind, und ihre Angehörigen zu unterstützen. Wir wollen dies auf eine fachlich qualifizierte, humanistische und demokratische Art und Weise tun und aktiv dazu beitragen, dass sich die Lebenssituation der Betroffenen umfassend verbessert.

Psychische Erkrankungen sind tabuisiert und mit Angst besetzt, Betroffene werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Mit unserer Arbeit und unserem Auftreten auch im öffentlichen Raum wollen wir dazu beitragen, dass mit psychischen Erkrankungen angemessen und sachlich umgegangen wird und Betroffene in das Leben der Gesellschaft integriert werden.

Menschen mit psychischen Erkrankungen und Behinderungen haben die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen Bürger. Ihr Bedürfnis nach sozialer Integration und Anerkennung besteht zu Recht. Die Betroffenen brauchen eine besondere Unterstützung, um ihren Rechten und Pflichten und den Anforderungen des gesellschaftlichen Lebens gerecht werden zu können. Es kommt darauf an, ihre eigenen Ressourcen und die der ihnen nahestehenden Menschen so zu stärken, dass sie weitgehend selbstbestimmt ihr Leben gestalten und Freude und Sinn im Leben finden können.

In der Arbeit mit Menschen, die psychisch erkrankt sind, respektieren wir ihre Persönlichkeit mit ihren Schwächen und Stärken und ihr Recht, Entscheidungen, die ihr Leben betreffen, selbst zu fällen.

Wir als professionelle Helfer bieten unseren Klienten einen Kommunikationsprozess an, in dem sie Lebenserfahrungen reflektieren, Zuwendung, Perspektiven und Entlastung finden können. Wir helfen auch direkt in dem wir soziale Netze, Wohnraum, Tagesstruktur, Arbeit, Freizeitmöglichkeiten, Beratung und Betreuung zur Verfügung stellen. Klienten in unseren Einrichtungen bestimmen selbst, welche Hilfen sie in Anspruch nehmen wollen. Wir nehmen das Recht in Anspruch, Vorschläge zu machen, gestalten den Kommunikationsprozess aktiv mit und ergreifen, wenn dies erforderlich ist, selbst die Initiative. Die Ziele, Dauer, Art und Weise der Zusammenarbeit werden mit unseren Klienten schriftlich, manchmal auch mündlich, vereinbart.

Wir leisten unsere Arbeit in fachlich qualifizierter Form.

Um begründete Entscheidungen zu treffen beraten wir uns regelmäßig in Team-Sitzungen, reflektieren die gemachten Erfahrungen in der Supervision und bilden uns in betriebsinternen Fortbildungen oder außerbetrieblichen Seminaren und Arbeitskreisen weiter. In unserem Team arbeiten Fachkräfte aus unterschiedlichen sozialen und medizinischen Berufen und mit unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. Wir arbeiten ständig daran, die Qualität unserer Arbeit zu erhalten und zu erhöhen.


Hierzu nutzen wir neue Verfahren der Hilfeplanung, Kommunikation oder Dokumentation und führen sie ein, wenn sie sich bewährt haben. Die materiellen Grundlagen unserer Arbeit und die sachliche Ausstattung unserer Einrichtungen wollen wir erhalten und verbessern.

Wir wollen ein Motor sein für die Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung im Kreis Borken. Neue Problemlagen bei der Betroffenen, neue Ideen aus anderen Versorgungsregionen oder der Fachliteratur und Unzulänglichkeiten in unserer Arbeit oder im Netz der psychosozialen Versorgung werden von uns aufmerksam beobachtet und fließen in die konzeptionelle Weiterentwicklung unserer Arbeit ein.

Einen hohen Stellenwert hat für uns die enge Kooperation mit anderen Einrichtungen, auch über Landesgrenzen hinweg. Gemeinsam mit unseren Partnern versuchen wir, neue Wege zu beschreiten, wenn dies nötig und sinnvoll ist. Wir sind auch bereit, dazu besondere Anstrengungen zu unternehmen.

Wir unterstützen alle Aktivitäten der Betroffenen, sich zu artikulieren und zu organisieren. Selbsthilfegruppen, Angehörigengruppen , der Klientenrat/Heimbeirat und der „Runde Tisch“ von Betroffenen, Angehörigen und professionellen Helfern bekommen alle Hilfe, die wir Ihnen geben können.

Die Wertvorstellungen, die unsere Arbeit mit den Klienten bestimmen, prägen auch die Prinzipien der kollegialen Zusammenarbeit.

In Stellenplänen und Arbeitsplatzbeschreibungen ist erfasst, welche Aufgaben, Rechte und Pflichten jeder Mitarbeiter hat. Jeder Mitarbeiter verantwortet seinen Arbeitsbereich selbst. Die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern sowie zwischen den Mitarbeitern und Leitungskräften ist direkt und offen. Konflikte und Kritik sind notwendig und erwünscht, sie werden in angemessener Form ausgetragen.

Alle Mitarbeiter werden über wichtige Probleme und Ereignisse informiert, sie sind an den wichtigen Entscheidungen beteiligt.

Hierzu werden die vorhandenen Gremien und Informationswege genutzt und ggf. weiter entwickelt. Die Mitarbeiter des Psychosozialen Zentrums Gronau fühlen sich mitverantwortlich und setzen sich mit ihrer Arbeit und ihren Ideen ein für die langfristige Absicherung der geschaffenen Einrichtungen.

Wir arbeiten in diesem Berufsfeld, weil wir Freude daran haben, Menschen mit besonderen Problemen sinnvolle Hilfe zu leisten.

Diese Arbeit sichert nicht nur unsere eigene Existenz, die Arbeit mit psychisch kranken Menschen bereichert uns auch, weil wir in dieser Arbeit wertvolle zwischenmenschliche Beziehungen erleben, wichtige Erfahrungen machen und täglich Neues hinzu lernen.

Auch zukünftig wird es unsere Aufgabe sein, auf neue Herausforderungen zu antworten und unter veränderten Bedingungen die in diesem Leitbild formulierten Gedanken und Wertvorstellungen zu erhalten und weiter zu entwickeln.




Vreden, 19.Juni 2002